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Ausgrabungen von Ephesus

08-08-2026 Ephesus erkunden
Ausgrabungen von Ephesus

Ausgrabungen von Ephesos:

Die eigentliche Ausgrabung der antiken Stadt Ephesos begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als der britische Eisenbahningenieur John Turtle Wood 1863 bei seiner Suche nach dem berühmten Artemision, oder Tempel der Artemis, eine Reihe archäologischer Grabungen durchführte. Unter der Schirmherrschaft des British Museum verfolgte Wood sein Ziel, den legendären Tempel zu finden, eines der Sieben Weltwunder der Antike. Schließlich, am Neujahrstag 1869, erreichte Wood sein Ziel, doch die Freude über seine Entdeckung war von kurzer Dauer. Die schlechten Erhaltungsbedingungen der verschiedenen antiken Bauwerke in Ephesos und seiner Umgebung, zusammen mit dem Fehlen bedeutender Funde, veranlassten die Förderer des Projekts, weitere finanzielle Unterstützung zurückzuhalten. Infolgedessen war Wood gezwungen, seine Aktivitäten einige Jahre später aufzugeben.

Bis Otto Benndorf, der den Lehrstuhl für Klassische Archäologie an der Universität Wien innehatte, 1893 bei einer zuständigen Stelle einen Antrag auf ein Ausgrabungsprojekt in Ephesos stellte, geschah an diesem Ort nichts von Bedeutung. Die Genehmigung dieses Vorhabens führte zum Beginn des größten archäologischen Unternehmens in der heutigen Republik Türkei. Schritt für Schritt drang das archäologische Feldforschungsteam in die verschiedenen Bereiche der antiken Stadt vor. In der Stadt Selçuk selbst wurde ein Haus gebaut, das noch bis heute als Basislager für die Ausgrabungen in und um Ephesos dient. 1898 wurde das Österreichische Archäologische Institut mit der Vision gegründet, die archäologischen Arbeiten in Ephesos durchzuführen.

Nach 1956 wurden die jährlichen Ausgrabungskampagnen sowohl personell als auch maschinell intensiviert. In den folgenden Jahren wurden ganze Stadtviertel freigelegt. Infolgedessen hat sich die Ausgrabung von Ephesos im Laufe der Jahre zu einem gewaltigen Unterfangen entwickelt. In den 1980er Jahren lag der Schwerpunkt auf groß angelegten Ausgrabungsarbeiten, insbesondere am Artemision und am Komplex der Hanghäuser 2. In den 1990er Jahren verlagerte sich der Fokus auf detailliertere Analysen und damit verbundene Publikationsaktivitäten. In den letzten Jahren wurden nur noch sehr gezielte, meist kleinräumige Ausgrabungen durchgeführt, und die Feldarbeit bestand aus dem Einsatz modernster archäologischer Methoden, insbesondere solcher, die die ursprünglichen Strukturen nicht beschädigen, wie etwa Surveys und geophysikalische Prospektion.

Jede Saison arbeitet in Ephesos ein Team zahlreicher Wissenschaftler aus aller Welt, vor allem aus Österreich, der Türkei und Deutschland. Da bisher nur ein kleiner Teil des Stadtgebiets (etwa 10-15%) erforscht wurde, wird die wissenschaftliche Forschung in den nächsten Jahren fortgesetzt werden.